Wenn selbst Insekten gross wirken: Makrofotografie mit ALPA

07.2017 - In der Makrofotografie bietet ALPA Möglichkeiten, die bisherigen Resultate zu übertreffen. Das
exklusive Rodenstock / ALPA-Objektiv Macro Switar 105 mm (mit Floating Elements) erlaubt es, selbst kleinste Körperteile von Insekten haargenau darzustellen. Das Objektiv wird erst seit Kurzem in Serie produziert und ist ab sofort bei ALPA erhältlich.

Fotograf Bernhard Schurian hat das Rodenstock / ALPA Macro Switar 105 mm am Museum für Naturkunde in Berlin in Kombination mit der ALPA 12 FPS ausgiebig getestet. Zusätzlich zur Massendigitalisierung der Sammlung hat er besonders interessante und spektakuläre Tiere portraitiert. Um ihre Komplexität zu dokumentieren, benötigte Bernhard Schurian eine Ausrüstung für Makrofotografie und einen optimalen Workflow.

Auf 0,1 Mikrometer genau

Mit der Anwendung herkömmlicher Kamerasysteme und Makroobjektive liess sich allerdings nur eine begrenzte Auflösung erzielen. Wichtige Details waren nicht in der gewünschten Qualität erkennbar. ALPA hat es sich zur Aufgabe gemacht, massgeschneiderte Lösungen für fotografische Projekte zu entwickeln und nahm diese Herausforderung gerne an. In Zusammenarbeit mit dem Fotografen entwickelte Ralf Rosenbauer, der wissenschaftliche Berater von ALPA, ein spezielles Setup, das über die bestehenden Möglichkeiten hinausgeht und ungewöhnlich gute Resultate lieferte.

Die Anforderungen für dieses Setup sprengten gleich mehrfach die bisher bekannten Massstäbe:

• Zum einen musste die Kamera verschiebbar sein, was höchste Präzision erforderte. Jeder noch so kleine Ruckler hätte das Resultat beeinträchtigt. Die Schritte des Focus Stacking mussten genau berechnet werden. ALPA löste dieses Problem mit einem motorisierten Schlitten, der normalerweise für optische Versuche und Laser genutzt wird und Schritte von jeweils 0,1 Mikrometer erlaubt. Das entspricht 0,0001 Millimetern. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar misst zwischen 0,02 und 0,08 Millimetern. Zur Steuerung des Schlittens entwickelte ALPA eigens eine Software.

• Zudem musste das Objektiv in der Lage sein, die feinen Strukturen der Insekten aufzulösen. Eine Anforderung, die selbst die leistungsfähigsten Makro-Objektive nur bedingt erfüllen. Das Rodenstock / ALPA Macro Switar 105 mm hingegen bietet schon bei Offenblende eine optimale Auflösung und kann dank seines „Floating Elements“ perfekt auf die jeweiligen Abbildungsmaßstäbe angepasst werden. Seine vergleichsweise lange Brennweite erlaubt einen angenehmen Arbeitsabstand und erleichtert damit das Licht-Setup.

• Das Auslösen des Verschlusses war eine weitere grosse Herausforderung, da Erschütterungen zu Versatz zwischen Einzelbildern geführt hätten.

• Die Panzer vieler Insektenarten weisen in der Makroaufnahme extreme Kontraste auf, gerade wenn sich schwarze Flächen mit hellen Haaren, Borsten oder irisierenden Stellen abwechseln.

• Für eine Fotografie zur Dokumentation der Insekten sind teilweise über 1000 einzelne Aufnahmen nötig. Diese enorme Datenmenge hätte ein Rechner allein kaum bewältigt, deshalb kamen mehrere gleichzeitig zur Anwendung. Zur Steuerung diente ein Windows-Tablet, zum Erfassen der Bilder ein Laptop mit CaptureOne.

Setup für die Dokumentation am Museum für Naturkunde in Berlin. © Ralph Rosenbauer




Neben dem erwähnten Aufbau und dem Objektiv Macro Switar 105mm Float kamen verschiedene Digitalbacks zur Anwendung, wobei das IQ3 100 MP aufgrund der Dynamik die besten Ergebnisse brachte. Als Kamera war die ALPA 12 FPS prädestiniert für diese Aufgabe, da ihr elektronisch gesteuerter Schlitzverschluss und der Verzicht auf einen Rückschwingspiegel eine vibrationsfreie Auslösung ermöglichen. Die ALPA 12 FPS eignet sich ausserdem hervorragend für Focus Stacking.

Am Ende mussten die fertigen Motive schliesslich optimiert werden. Staub, Fussel und die Präpariernadeln der Insekten wurden entfernt, die Daten für die Weiterverarbeitung hergerichtet. Das Endresultat macht es möglich, Insekten so zu betrachten, wie man sie mit eigenen Augen noch nie gesehen hat: Mit durchgehender Schärfe, deutlichen Details und Farben.

Die Resultate des Projekts - für die Darstellung im Internet in stark reduzierter Auflösung. © Bernhard Schurian








Beeindruckte Experten am Smithsonian


Das Setup von ALPA, der Arbeitsablauf und die Fotografien von Bernhard Schurian erwiesen sich als so überzeugend, dass er sie bereits einem Fachpublikum präsentiert hat. In den USA hielt Bernhard Schurian Ende Juni einen Vortrag am Smithsonian Natural History Museum in Washington. Es beherbergt die weltgrösste Insektensammlung mit rund 35 Millionen Objekten. "Das Publikum am Smithsonian bestand im Wesentlichen aus Fotografen und IT-Fachleuten", erzählt Schurian. "Die Zahl der Rückfragen während des Vortrags zeigt, dass diese Lösung auf grosses Interesse stösst."

Eine weitere Gelegenheit, das Projekt aus einer etwas anderen Perspektive zu studieren, bietet sich vom 21. Juli bis zum 9. September in Berlin. Bernhard Schurian ist während diesen Tagen als Künstler an der Ausstellung "Die Schönheit der Formel" in der Galerie Alte Schule im Kulturzentrum Adlershof vertreten. Zu sehen sein werden unter anderem jene Bilder, die er mit der ALPA-Ausrüstung für das Museum für Naturkunde gemacht hat. Einige davon erscheinen im Grossformat von 1,5 x 2 Metern, damit der Betrachter noch näher an eine Welt heranrückt, die dem Auge sonst verborgen bleibt.

Folgen Sie den Links und werfen Sie einen Blick auf unsere Website, um mehr über unsere Projekte und das modulare ALPA-System zu erfahren. Bei Fragen helfen Ihnen ALPA of Switzerland ([email protected]) und Ihr ALPA-Händler gerne weiter.

Links
Rodenstock / ALPA Macro Switar 5.6/105 mm
ALPA 12 FPS
Museum für Naturkunde Berlin
Galerie Alte Schule, Adlershof Berlin

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