Reproduktion mit ALPA: Qualität ohne Kompromisse

11.2017 - Die einzigartige Sammlung der Paul Sacher Stiftung in Basel spiegelt die Werke von über 120 Komponisten wider und zieht Musikwissenschaftler, Musiker und andere Forschende aus der ganzen Welt an. Wenn es darum geht, die Dokumente digital zu archivieren und so ihren Bestand zu sichern, ist das Vertrauen in die Fähigkeiten des Fotografen deshalb entscheidend. Bei der Digitalisierung der Sammlung Igor Strawinsky und der Sammlung Arthur Wilhelm arbeitete die Stiftung deshalb mit dem erfahrenen Experten Ardon Bar-Hama zusammen. „Die Kostbarkeiten für eine Digitalisierung ausser Haus zu geben, schien uns zu riskant“, sagt Kuratorin Heidy Zimmermann. „Deshalb entschieden wir uns für die „luxuriöse“ Variante.“

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Fotografenseite Ardon Bar-Hama
ALPA 12 TC


Ardon Bar-Hama in den Räumen der Paul Sacher Stiftung in Basel. © Ardon Bar-Hama

Ardon Bar-Hama geniesst in seinem Metier einen herausragenden Ruf. Erarbeitet hat er sich diesen durch zahlreiche Projekte wie etwa die Digitalisierung der Schriftrollen vom Toten Meer, die auch als Qumran-Rollen bekannt sind und das weltweit älteste biblische Schriftstück beinhalten. Neben weiteren altertümlichen Dokumenten hielt Ardon auch solche jüngeren Datums fest. Im Auftrag und auf Empfehlung des IT-Konzerns Google digitalisierte er zum Beispiel die Aufzeichnungen von Nelson Mandela und Desmond Tutu für die Nachwelt.

Als Architekturfotograf auf ALPA gestossen

Ein Grund, der Ardon Bar-Hama in seinem Metier zu einem Meister macht, ist die selbst entwickelte Aufnahmetechnik. In Kombination mit einer ALPA-Kamera war Ardon Bar-Hama in der Lage, innerhalb von Sekunden und auf vereinfachte Weise Bilder zu schiessen, die früher nur durch einen langwierigen Prozess zu erreichen waren.

Aufmerksam auf ALPA wurde Ardon 2005, als er ein Objekt des berühmten israelischen Architekten Moshe Safdie fotografierte. Ardon nahm Kontakt zu ALPA auf und hielt zu seiner Überraschung bald eine der Kameras in der Hand. Firmengründer Thomas Weber liess sich vom Projekt begeistern und schickte die erste ALPA 12 nach Israel. „Ich brauchte eine grössere Auflösung als herkömmliche Kameras liefern konnten und war froh, dass mich ALPA unterstützte. Eine Kamera dieser Qualität war in Israel nicht erhältlich und ich erkannte bald auch, dass die ALPA nicht nur ein riesiges Potenzial für meine Arbeit bietet, sondern auch eine lohnende Investition für Jahrzehnte sein würde.“

ALPA 12 TC – das reisende Fotostudio

Zum ersten Mal zur Anwendung kam die neue Technik bei der Digitalisierung des Kodex’ von Aleppo aus dem 10. Jahrhundert, der ältesten praktisch vollständigen Handschrift der hebräischen Bibel. Mittlerweile besitzt Ardon Bar-Hama drei verschiedene Kameras. Für die Projekte in Zusammenarbeit mit der Paul Sacher Stiftung benutzte er eine ALPA 12 TC mit einem (älteren) Schneider / ALPA 72mm-Objektiv und einem IQ3 100MP Rückteil von Phase One. „Ein grosser Vorteil der Kamera ist ihre kompakte Grösse. Ich bin ein reisender Studiofotograf, und deshalb liebe ich die TC: Sie ermöglicht Qualität ohne Kompromisse und man braucht als Fotograf kein platzraubendes Equipment, um mit ihr zu arbeiten – Die Kamera und das passende Objektiv reichen völlig aus. Mit diesem Setup schoss Ardon Bar-Hama bis zu 2000 Bilder in einem Tag – eine Leistung, die mit einem herkömmlichen Setup nicht möglich gewesen wäre.


Bis zu 2000 Bilder pro Tag: Setup mit der ALPA 12 TC für die Arbeit bei der Paul Sacher Stiftung. © Ardon Bar-Hama


Closeup: ALPA TC, Objektiv Schneider / ALPA Apo-Helvetar 5.6/75mm und Phase One 100MP Digitalrückteil © Ardon Bar-Hama


Mit seiner Arbeit trägt er dazu bei, dass zwei herausragende Sammlungen der Paul Sacher Stiftung der Nachwelt erhalten bleiben. Allein von der Sammlung Strawinsky sicherte der Fotograf über 5000 Bilder. Er stellte sie in Form von qualitativ hochstehenden Reproduktionen sowie Daten für die Erfassung in einer Datenbank bereit. Es handelt sich bei der Sammlung um einen äusserst kostbaren Bestand, der einen Zeitraum von etwa 1880 bis 1971 abdeckt und zahlreiche Originalabzüge berühmter Fotografen wie Man Ray, Arnold Newman oder Henri Cartier-Bresson enthält. Die Bilder zeigen nicht nur Strawinsky, sondern allgemein Persönlichkeiten aus Musik und Kultur aus dem 20. Jahrhundert.


Walt Disney (links) mit Igor Strawinsky im Jahre 1937. © Paul Sacher Stiftung


Gruppenbild vor dem Amsterdamer Zentralbahnhof mit Igor Strawinsky (dritter von links) und dessen Sohn (zweiter von rechts). Aufgenommen am 23. Mai 1930. © Paul Sacher Stiftung


Igor Strawinsky 1929 mit Paul Sacher (rechts) und Conrad Beck (links) nach einem Konzert in Basel. © Paul Sacher Stiftung


Bei der Digitalisierung der Sammlung Arthur Wilhelm handelt es sich um eine Basler Privatsammlung, die als Depositum in der Paul Sacher Stiftung aufbewahrt und wie eine eigene Sammlung betreut wird. Sie enthält rund 250 Musikhandschriften aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, darunter bedeutende Stücke von Bach, Mozart, Beethoven, Schubert, Strawinsky und anderen.

Digitalisierung schont Originale

Die Digitalisierung der beiden Sammlungen stellte die Beteiligten vor besondere Herausforderungen. „Die Fotosammlung Strawinsky wurde von zwei Archivarinnen in monatelanger Arbeit vorbereitet“, sagt Kuratorin Zimmermann. „Dabei mussten Doubletten aussortiert und nachträglich hergestellte Abzüge als solche identifiziert werden, da ausschliesslich Orginalfotos digitalisiert werden sollten. Beim Fotografieren selbst musste sich Ardon auf sehr unterschiedliche Formate, aber auch Fotoalben, Kontaktabzüge, Negative sowie auf variable Bildqualitäten einstellen.“ Bei der Sammlung Arthur Wilhelm stellte vor allem die Kostbarkeit und die Fragilität der Dokumente eine Herausforderung dar. „Sie mussten mit grösster Vorsicht ausgepackt, umgeblättert und fotografiert werden.“


Original von Mozarts "Eine kleine Nachtmusik" aus dem Jahre 1787. © Sammlung Arthur Wilhelm, Paul Sacher Stiftung

Durch die Digitalisierung hat die Paul Sacher Stiftung erstmals einen rasch verfügbaren Gesamtüberblick auf den Bestand. „Auf einmal kommen Bilder in den Blick, die bislang gänzlich unbekannt waren“, so Zimmermann. Bei beiden Projekten trägt die Digitalisierung ausserdem dazu bei, die Originale zu schonen. „Für die Forschung bieten die digitalen Daten optimale Bedingungen, was Lesbarkeit und Untersuchung von Details angeht.“ Ardon Bar-Hama seinerseits plant bereits sein nächstes Projekt – mit einer seiner drei ALPA 12 Kameras.

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