Beim Thema Qualität sind wir kleinlich: Die ALPA-Eingangskontrolle für Objektive

09.2017 - ALPA/Rodenstock-Objektive entsprechen der bestmöglichen Qualität und werden bereits im Werk optimal abgestimmt. Beim Hersteller werden sie für ALPA vorjustiert und vor Versand passieren sie ausgiebige Tests auf Messgeräten. Und trotzdem unterziehen wir jedes einzelne einer zusätzlichen Eingangskontrolle, bevor wir sie an Händler, Partner und Kunden weiterversenden. Das gilt auch für Garantiefälle, die aus der Reparatur zurück sind. Der Grund für diesen Aufwand liegt in unserer Philosophie: ALPA-Produkte entsprechen den hohen und speziellen Anforderungen unserer Kunden. Und Qualität gegenüber sind wir kleinlich. Deshalb testen wir die Objektive in Handarbeit zusätzlich auf ihre Bildwirkung.

Parallele zu Kilfitt

Eine ähnliche Eingangskontrolle zeichnete den früheren Kamera-Hersteller Kilfitt aus.
Von 1941 bis 1971 stellte das Unternehmen eigene Objektive und Kameras her, zuerst in Deutschland, später in den USA. Kilfitt belieferte unter anderem die Vorgängerfirma von ALPA, die Pignons SA. Gründer Heinz Kilfitt überliess bei seinen Geschäften nichts dem Zufall. Jedes der Gläser wurde getestet, bevor es die Fabrik verliess. Film selbst hielten die Kilfitt-Experten nicht für geeignet, um ausreichend genaue Testresultate zu erhalten. Deshalb schoss man die Testbilder jeweils auf Glasplatten. Das Unternehmen bewahrte sie sorgsam auf. So hatten die Mitarbeiter bei Kilfitt einen Vergleichswert, falls eines der Objektive zur Reparatur zurückgeschickt werden sollte.

Standardisiertes Verfahren

Wie damals gibt es auch bei ALPA einen einheitlichen Ablauf für die Qualitätskontrolle, um einheitliche Bedingungen zu schaffen und Vergleiche anstellen zu können. Wir beurteilen die Tests dabei so, wie es Fotografen tun. Auf dem Dach des ALPA-Hauptsitzes befindet sich die Testinstallation mit einer Pfeilerplatte, die fest im Beton der Brüstung verankert ist und so die Erschütterungen minimiert. Die Resultate der Tests analysieren wir am Computer. Wir werten aus, ob sie sich mit den Referenzobjektive decken, die wir bei uns zurückgelegt haben. Für die Tests verwenden wir ausserdem immer dasselbe Zubehörset, dessen Adapter und weitere Teile hochpräzise ausgemessen wurden. Damit schliessen wir aus, dass unterschiedlich bemessene Anbauteile das Resultat beeinflussen.



Realitätsnah und präzis

Bei Kilfitt stand die Testanlage im Keller, bei ALPA befindet sie sich auf dem Dach. Der Grund dafür liegt darin, dass wir von unseren Kunden lernen und in einem möglichst realistischen Umfeld testen wollen. Da die Landschaftsfotografie zu den verbreitetsten Anwendungen für eine ALPA gehören, haben wir uns danach gerichtet: Landschaftsfotografen verlangen vor allem nach einer guten Schärfe, die sich gleichmässig über die gesamte Fotografie zieht. Gleichzeitig werden Landschaftsbilder oft getrübt durch Atmosphäreneinflüsse, zu denen das Hitzeflimmern gehört. Diese Einflüsse umgehen wir, indem wir uns die Topografie rund um den Hauptsitz zunutze machen: Dieser liegt auf einer Anhöhe neben dem Zürichsee. Indem wir die Kamera über den See hinweg auf den gegenüberliegenden Hügel richten und auslösen, nutzen wir eine natürliche Senke, um Atmosphäreneinflüsse zu verhindern. Darüber hinaus ist das Motiv weit genug entfernt, um die Unendlich-Einstellung aussagekräftig zu prüfen.

Am Ende entstehen für jedes Objektiv drei Testfotos, welche die Bildmitte und die Eckpunkte zeigen. Diese drei Bilder gleichen wir mit den Referenzfotos des jeweiligen Objektivs ab. Damit ist es uns auch nach Jahren noch möglich, bei Kundenanfragen oder Reparaturen die richtigen Rückschlüsse zu ziehen.




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